Bindungstyp-Test: Welcher Bindungstyp bist du?
Finde es heraus und verstehe dein Beziehungsverhalten – für erfülltere Beziehungen
Am Ende dieses Beitrags kannst du mit einem Selbsttest entdecken, welcher Beziehungstyp du bist: Sicher, unsicher-vermeidend, ängstlich oder desorganisiert. Es ist kostenlos und dauert weniger als 10 Minuten, um dein Ergebnis und eine detaillierte Erklärung deiner Resultate zu erhalten.
Wenn du deinen Beziehungstyp kennst, kannst du besser verstehen, warum du in Beziehungen so handelst, wie du es tust. Dieses Bewusstsein hilft dir, Verhaltensmuster zu reflektieren und aktiv zu verändern.
Ich bin Louisa Scheel und arbeite als Paartherapeutin in meiner Privatpraxis in Berlin Mitte und Online. Mein Fokus liegt auf der Förderung einer gesunden emotionalen Kommunikation und der Stärkung einer sicheren Bindung.
Auf einen Blick:
Dieser Test wurde von Expert:innen im Bereich Traumatherapie entwickelt, die sich auf Bindungsstile und Bindungsstörungen spezialisiert haben. Er hilft dabei, besser zu verstehen, wie unser Bindungsverhalten – geprägt von frühen Erfahrungen und möglicherweise verstärkt durch traumatische Erlebnisse – unser Leben, unsere Beziehungen und unser Selbstbild beeinflusst.
🔑 Warum das wichtig ist?
Wenn du deinen Beziehungstyp kennst, kannst du besser nachvollziehen, warum du in Beziehungen so fühlst und handelst, wie du es tust. Dieses Verständnis kann dir helfen, dich selbst mit mehr Mitgefühl zu betrachten, deine Verhaltensmuster zu erkennen und bewusst zu gestalten.
Die Wurzeln deines Bindungstyps, auch als Bindungssystem bezeichnet, entstehen meist in der frühen Beziehung zu deinen Eltern.
Zum Beispiel: Vermeidende Bindung wird häufig mit Bindungsangst assoziiert. (Ängstliche) Bindung ist eng mit Verlustangst verbunden.
💡 Gut zu wissen: Die Begriffe „Bindungstyp,“ „Beziehungstyp“ und „Bindungssystem“ werden hier synonym verwendet – ebenso wie die Bezeichnungen „ängstlicher Typ“ und „unsicher-ambivalenter Typ.“
Nimm dir einen Moment, um deinen Typ zu entdecken – es könnte dein Verständnis für dich selbst und deine Beziehungen tiefgreifend verändern.
Inhalt
Was sind die vier Bindungsstile?
Wie entwickeln sich Bindungstypen in der Kindheit?
Die vier Bindungsstile im Überblick
Wie die Bindungsstile eure Beziehungen beeinflussen
Die Bindungswippe im Kontext der Bindungstheorie
Fragen, die ihr euch stellen könnt
Wie das Verstehen deines Bindungsstils helfen kann eine sichere Bindung aufzubauen
Was sind die vier Bindungsstile?
Die vier Bindungsstile – sicher, vermeidend, ängstlich und desorganisiert – beeinflussen maßgeblich, wie wir Beziehungen gestalten und mit Stress in Beziehungen umgehen. Diese Bindungsstile entwickeln sich bereits früh in der Kindheit und prägen unser Verhalten sowie unsere Erwartungen in zwischenmenschlichen Beziehungen – nicht nur in romantischen Partnerschaften, sondern in allen zwischenmenschlichen Interaktionen. Dennoch hat die romantische Beziehung oft die stärkste emotionale Komponente.
Bindungsstile in einer Übersicht (klicken zum Vergrößern)
Eine Einführung in die Bindungstheorie
Die Bindungstheorie, entwickelt von John Bowlby, bietet einen Rahmen, um zu verstehen, wie sich das Bindungssystem formt und in Beziehungen manifestiert. Bowlby postulierte, dass die frühen Bindungen zwischen Kind und primärer Bezugsperson entscheidend für die kindliche Entwicklung sind und lebenslang eure sozialen Beziehungen beeinflussen.
Von einer evolutionären Perspektive aus betrachtet, hat die Fähigkeit, starke Beziehungen zu kultivieren und aufrechtzuerhalten, sowohl Überlebens- als auch Reproduktionsvorteile. Bowlby betonte, dass das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und die Suche nach Nähe, Unterstützung und Liebe zentrale Antriebe für unser Verhalten sind.
Wie entwickeln sich Bindungstypen in der Kindheit?
Die Art und Weise, wie primäre Bezugspersonen (in der Regel Eltern) auf die Bedürfnisse eines Kindes eingehen, bildet die Grundlage dafür, wie das Kind enge Beziehungen wahrnimmt und gestaltet.
Kinder, die ein warmes und fürsorgliches Umfeld erleben, in dem ihre physischen und emotionalen Bedürfnisse erkannt und erfüllt werden, entwickeln meist einen sicheren Bindungsstil. Missstimmungen oder Vernachlässigung durch die Bezugspersonen hingegen führen häufig zu unsicheren Bindungsstilen.
Es ist wichtig zu beachten, dass Fehlverhalten der Bezugspersonen oft unbeabsichtigt geschieht. Dennoch wird dies vom Kind als Nicht-Erfüllung seiner Bedürfnisse wahrgenommen.
Was ist das Bindungssystem?
Das Bindungssystem ist ein neurobiologisches und psychologisches System, das dazu dient, Bindung und Nähe in Beziehungen zu regulieren. Es wird aktiviert, wenn wir uns unsicher oder bedroht fühlen. In der frühen Kindheit entwickelt sich dieses System in der Interaktion mit unseren Bezugspersonen.
Bindungstheorie auf den Punkt gebracht (klicken zum Vergrößern)
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Die vier Bindungsstile weisen typische Merkmale und Eigenschaften auf, jedoch passt kein Mensch zu 100 % in eine einzige Kategorie. Bindung ist vielmehr ein Spektrum, sodass es durchaus möglich ist, dass du dich nicht vollständig in einem spezifischen Profil wiederfindest.
In meinem Newsletter teile ich hilfreiche Tipps, die dir dabei helfen, dein Beziehungsmuster zu verändern oder zu stärken.
Die vier Bindungsstile im Überblick
1. Sicherer Bindungsstil
Menschen mit einem sicheren Bindungsstil haben in der Regel eine konstante und liebevolle Unterstützung durch Bezugspersonen erfahren. Sie können Vertrauen aufbauen, ihre Bedürfnisse ausdrücken und Konflikte sowie Rückschläge resilient bewältigen.
Wie entwickelt sich ein sicherer Bindungsstil?
Bezugspersonen waren einfühlsam und haben Bedürfnisse des Kindes erkannt und darauf reagiert.
Kinder konnten sicher explorieren und sich bei Bedarf auf eine verfügbare Bezugsperson verlassen.
Merkmale im Erwachsenenalter:
Resilienz und Fähigkeit zur Selbst- und Ko-Regulation.
Vertrauensvolle Beziehungen mit gesundem Gleichgewicht zwischen Autonomie und Nähe.
2. Vermeidender Bindungsstil
Dieser Stil entsteht, wenn Bezugspersonen emotional nicht verfügbar, ablehnend oder vernachlässigend sind. Die betroffene Person lernt, Bedürfnisse zu unterdrücken und auf emotionale Distanz zu gehen.
Wie entwickelt sich ein vermeidender Bindungsstil?
Bezugspersonen waren oft abwesend oder haben Bedürfnisse ignoriert.
Kinder lernten, unabhängig zu agieren und keine Erwartungen an andere zu stellen.
Merkmale im Erwachsenenalter:
Betonung von Selbstständigkeit und emotionale Distanz.
Schwierigkeiten, Vertrauen aufzubauen und Bedürfnisse zu kommunizieren.
Neigung zu Flucht- oder "Einfrier"-Reaktionen bei Stress.
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3. Ängstlicher Bindungsstil
Ambivalente Bindung entsteht durch inkonsistentes Verhalten der Bezugspersonen. Diese Unsicherheit führt zu Überwachsamkeit und einem ständigen Streben nach Bestätigung und Nähe.
Wie entwickelt sich ein ängstlicher Bindungsstil?
Bezugspersonen reagierten unvorhersehbar: manchmal aufmerksam, manchmal distanziert.
Kinder wurden häufig in Rollen gezwungen, die ihre Bedürfnisse vernachlässigten.
Merkmale im Erwachsenenalter:
Angst vor Verlassenwerden, ständiges Suchen nach Bestätigung.
Schwierigkeit, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und zu regulieren.
Reaktive Strategien wie Überanpassung oder Konfliktsuche.
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4. Desorganisierter Bindungsstil
Diese komplexe Form entsteht, wenn Bezugspersonen gleichzeitig Quelle von Sicherheit und Bedrohung sind. Kinder entwickeln widersprüchliche Verhaltensweisen, die zwischen Nähe und Distanz schwanken.
Wie entwickelt sich ein desorganisierter Bindungsstil?
Bezugspersonen waren furchteinflößend oder chaotisch, oft aufgrund eigener unverarbeiteter Traumata.
Kinder konnten keine konsistente Strategie für Bindung entwickeln.
Merkmale im Erwachsenenalter:
Starke Angst vor Intimität und gleichzeitig Sehnsucht nach Nähe.
Wechselhafte, oft chaotische Reaktionen auf Stress und Beziehungen.
Häufige Dissoziation oder Rückzug bei emotionalem Überforderungsgefühl.
Wie die Bindungsstile eure Beziehungen beeinflussen
Habt ihr euch gefragt, warum ihr immer wieder ähnliche problematische Beziehungsmuster erlebt, auch mit unterschiedlichen Partnern? Vielleicht treten häufig Eifersucht oder Klammern auf, oder ihr zieht euch aus einer Beziehung zurück, wenn sie zu emotional intim wird?
Euer Bindungsstil kann ein Schlüssel sein, diese Muster zu verstehen. Zu wissen, wie unsichere Bindung entsteht und eure Gedanken und Handlungen in Beziehungen beeinflusst, ist der erste Schritt, um Veränderungen herbeizuführen.
Die Bindungswippe im Kontext der Bindungstheorie:
Das Bild der Wippe veranschaulicht, wie sich Nähe und Distanz in Beziehungen gegenseitig beeinflussen. Es zeigt, wie Bindungsbedürfnisse und Autonomiewünsche aufeinander reagieren und im Gleichgewicht gehalten werden können.
Dieses Konzept lässt sich direkt aus Bowlbys Grundgedanken ableiten:
Bindungssicherheit entsteht durch Nähe und Verlässlichkeit.
Autonomie hingegen entsteht, wenn Menschen sich sicher genug fühlen, um die Welt unabhängig zu erkunden.
Die Bindungswippe ist besonders nützlich, um die Dynamik in Paarbeziehungen zu erklären.
Beispielsweise:
Ein Partner sucht mehr Nähe: Die Wippe kippt in Richtung der Bindung.
Der andere Partner zieht sich zurück: Die Wippe neigt sich in Richtung Autonomie.
Verbindungen zu anderen therapeutischen Konzepten:
1. Jürg Willi und die Kollusion:
Jürg Willi beschrieb in seinem Buch *„Die Kunst der Paardynamik“*, wie Partner unbewusst Konflikte austragen, die auf ihren unbewussten Bindungs- und Autonomiebedürfnissen basieren. Dies lässt sich gut mit der Bindungswippe erklären, da eine unausgeglichene Wippe Konflikte verstärkt.
2. Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT):
Diese von Sue Johnson entwickelte Methode setzt stark auf die Bindungstheorie. Sie hilft Paaren, emotionale Bedürfnisse zu erkennen und eine stabile Wippe zu schaffen, indem verletzliche Gefühle offengelegt und Bindungsmuster geändert werden.
3. Selbstregulation und Co-Regulation:
In modernen Ansätzen zur Bindung (z. B. Polyvagal-Theorie) wird auch die Fähigkeit betont, die Wippe eigenständig zu stabilisieren (Selbstregulation) oder durch gegenseitige Unterstützung (Co-Regulation).
Anwendung der Bindungswippe in meiner Praxis
1. Bewusstsein schaffen: Partner lernen, wie ihr Bindungsstil die Wippe beeinflusst. Zum Beispiel: Ein vermeidender Partner neigt dazu, Distanz zu suchen, während ein ambivalenter Partner mehr Nähe fordert.
2. Kommunikation verbessern: Durch den Fokus auf die Wippe wird klar, dass beide Partner zu einem ausgewogenen Gleichgewicht beitragen müssen.
3. Gleichgewicht herstellen: Wir nutzen Übungen, um die Bedürfnisse nach Nähe und Autonomie in Einklang zu bringen. Ziel ist es, eine stabile Basis zu schaffen, auf der Konflikte ohne kippen der Wippe ausgetragen werden können.
Fragen, die ihr euch stellen könnt:
Bin ich ermüdet von wiederholten Konflikten und Herausforderungen in zwischenmenschlichen Beziehungen?
Habe ich das Gefühl, mich in einer Partnerschaft zu verlieren oder besonders anhänglich zu sein, um Nähe und Bestätigung zu erhalten?
Habe ich Schwierigkeiten, mit negativen Emotionen umzugehen und sie in stressigen Situationen zu regulieren, sodass sie mein Wohlbefinden und meine Beziehungen beeinflussen?
Habe ich das Gefühl, mich manchmal von Intimität und Zuneigung zurückzuziehen, obwohl ich mir eigentlich Nähe wünsche?
Habe ich manchmal das Gefühl, nicht gut genug zu sein, um Liebe und Aufmerksamkeit zu verdienen, obwohl ich mich danach sehne?
Bin ich es leid, ständig Angst zu haben, ob mein Partner mich wirklich liebt?
Wie das Verstehen deines Bindungsstils helfen kann eine sichere Bindung aufzubauen
Jeder Mensch ist biologisch für sicheren Bindungsstil "programmiert." Das Verstehen der eigenen Bindungsmuster kann helfen, Herausforderungen in Beziehungen anzugehen, Resilienz aufzubauen und sichere Bindungskompetenzen zu entwickeln.
Wichtige Erkenntnisse für Euch:
Bindungsstile sind nicht festgelegt. Ihr könnt sie durch bewusste Arbeit und Unterstützung verändern.
Eure Muster spiegeln Anpassungen wider, die ursprünglich dazu dienten, euch zu schützen.
Das Ziel ist es, euren "sicheren Bindungs-Blueprint" zu reaktivieren und gesunde Verhaltensweisen zu fördern.
Ob für euch selbst oder eure Klienten: Die Arbeit mit Bindungstheorie bietet wertvolle Ansätze, um Beziehungen zu verbessern und persönliches Wachstum zu fördern.
In meinem Newsletter teile ich hilfreiche Tipps, die dir dabei helfen, dein Beziehungsmuster zu verändern oder zu stärken.
Ich begleite dich dabei, dich selbst auf einer tieferen Ebene zu erkennen und stärkere, erfüllendere Verbindungen zu schaffen. Gemeinsam finden wir deinen Weg zurück zu deinem sicheren Beziehungsblueprint.
Welcher Bindungsstil trifft auf euch zu? Mach den Test.
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